Die Schweizer Kurzzeitvermietung hat sich getroffen. Und wir waren mittendrin.

Switzerland's short-term rental industry came together

Die erste Gastgeberkonferenz der Schweiz fand am 19. September 2026 an der FHNW Olten statt. Über 150 Gastgeberinnen, Gastgeber und Property Manager kamen zusammen. Elev8 war Initiant, Mitorganisator und Aussteller. Hier ist unser Rückblick auf einen Tag, der für die Branche mehr verändert hat als erwartet.

Warum wir die Gastgeberkonferenz organisiert haben

Die Schweiz zählt über 50’000 Kurzzeitvermietungsangebote. Einen nationalen Branchenanlass gab es bis zum 19. September 2026 trotzdem nicht. Gastgeber hatten keinen Ort für den Austausch. Es fehlte eine gemeinsame Stimme gegenüber Politik und Plattformen. Und verlässliche Zahlen gab es ebenfalls nicht.

Das war unser Ausgangspunkt. Reto Baumgartner, CEO von Elev8 Software, hat die Konferenz initiiert. Er hat sie gemeinsam mit einem Organisationskomitee aufgebaut, das aus dem entstehenden Verband heraus gearbeitet hat. Sechs Monate Vorbereitung wurden von Menschen getragen, die selbst Objekte betreiben und wissen, wo es klemmt.

Dass wir als Softwareanbieter eine Branchenkonferenz mitorganisieren, ist erklärungsbedürftig. Für uns ist es folgerichtig. Wir betreiben selbst rund 65 Einheiten in der Schweiz und auf Bali, und Elev8 ist aus diesem Alltag entstanden. Eine Branche, die sich professionalisiert und organisiert, ist für alle besser, die darin arbeiten.

Die Referate an der Gastgeberkonferenz

Jannik Abraham, Geschäftsführer von Smoobu, eröffnete den fachlichen Teil mit einer nüchternen Marktanalyse. Die Schweiz verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 28,5 Millionen Übernachtungen. Die Hotellerie verlor knapp ein Prozent, die Rückgänge bei Ferienwohnungen fielen deutlich stärker aus. Sein Befund: Jüngere Reisende suchen nach Destinationen statt nach Unterkunftstypen und vergleichen Hotels und Ferienwohnungen auf derselben Plattform.

Dr. Domenic Brand von Kellerhals Carrard ordnete die rechtliche Lage ein. Seit dem 1. September gilt in Zürich eine Bewilligungspflicht für Kurzzeitvermietung in Wohnzonen mit Mindestwohnanteil, und das Bundesgericht hat den Gemeinden den Rücken gestärkt. Für Betreiber über Gemeindegrenzen hinweg entsteht ein Flickenteppich aus Vorschriften. Seine Empfehlung: freiwillige Standards entwickeln, bevor der Gesetzgeber strengere Vorgaben macht.

Chris Beyeler, KI-Experte und Digital Shaper 2026, stellte die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine in der Hospitality. Seine Antwort fiel differenzierter aus als der übliche KI-Hype. Automatisierung nimmt Arbeit ab, stösst aber dort an ihre Grenzen, wo es emotional wird.

Die erste Schweizer Marktstudie zur Kurzzeitvermietung

Den Höhepunkt setzte Prof. Dr. Marc K. Peter von der HES-SO Valais-Wallis. Gemeinsam mit der Hochschule Luzern hat er die erste umfassende Marktstudie zur Kurzzeitvermietung in der Schweiz erarbeitet. Sie umfasst 234 Teilnehmende aus allen Tourismusregionen. Die Anwesenden im Saal sahen die Resultate als Erste, für die Medien galt Sperrfrist bis zum Abend.

Das Bild ist differenzierter, als es die öffentliche Debatte nahelegt:

  • Für 62 Prozent der Befragten ist die Kurzzeitvermietung ein Nebeneinkommen, für 36 Prozent das Haupteinkommen.
  • Der Median liegt bei 160 Franken pro Nacht und 57 Prozent Auslastung.
  • Nur 36 Prozent setzen überhaupt ein Property Management System ein.
  • 58 Prozent nutzen einen Channel Manager, 37 Prozent dynamische Preissteuerung und 26 Prozent Smart Locks.

Für uns ist das besonders relevant. Der Markt digitalisiert sich schneller, als er sich betriebswirtschaftlich standardisiert, und genau in dieser Lücke arbeiten wir.

Marc K. Peter wies ausdrücklich auf die Grenzen der Erhebung hin. Sie ist nicht repräsentativ und stark alpin geprägt. Diese Transparenz macht sie glaubwürdig.

Die Gründung des Verbands

Am Nachmittag betrat der Vorstand die Bühne und unterzeichnete die Statuten der Swiss Short Term Rental Association. Der Verband mit Sitz in Olten vertritt die Branche gegenüber Politik, Behörden, Medien und Plattformen. Er entwickelt zudem Qualitätsstandards und führt künftig jährlich Konferenz und Marktstudie durch.

In der Nachbefragung bewerteten 88 Prozent der Teilnehmenden die Sinnhaftigkeit der Gründung mit der Höchstnote. Keine einzige Bewertung lag unter 4 von 6.

Unsere Breakout-Session an der Gastgeberkonferenz war voll

Am Nachmittag liefen zwei Runden paralleler Breakout-Sessions. Unsere fand in der zweiten Runde statt, unter dem Titel «Wie es sich anfühlt, wenn wirklich alles in einem Tool läuft». Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt. Das hat uns überrascht und gefreut zugleich.

Wir haben gezeigt, was passiert, wenn Distribution, Reservationen, Gästekommunikation, Self Check-in, Housekeeping, Zahlungen und Eigentümer-Reporting auf einem einzigen Datensatz laufen. Das war keine Feature-Liste. Stattdessen haben wir eine einzige Buchung durch alle Bereiche begleitet. Ein Schadensfall hält nur stand, wenn der Housekeeping-Zeitstempel im selben System liegt. Ebenso ist ein Eigentümer-Report nur glaubwürdig, wenn der Kanalumsatz im selben System liegt.

Die Fragen danach waren konkret: Wie sieht der Wechsel aus? Was passiert mit bestehenden Daten? Wie lange dauert die Einrichtung? Genau diese Gespräche haben wir gesucht. Sie sind der Grund, warum wir an Konferenzen gehen und nicht nur Werbung schalten.

Auch an unserem Stand im Foyer war es während der Pausen durchgehend voll. Der Ausstellerbereich wurde von den Teilnehmenden mit 5,36 von 6 bewertet.

Die Partner, die die Gastgeberkonferenz möglich gemacht haben

Eine erste Konferenz ohne Erfolgsgeschichte zu finanzieren, verlangt Vertrauen. Diese Partner haben es aufgebracht:

Dazu kam das Grusswort von Thomas Marbet, Stadtpräsident von Olten, der die Konferenz in seiner Stadt willkommen geheissen hat.

Was wir von der ersten Gastgeberkonferenz mitnehmen

Die Konferenz erhielt insgesamt die Note 5,58 von 6. Bei der Weiterempfehlung waren es 5,64. Drei Viertel der Antwortenden vergaben beim Preis-Leistungs-Verhältnis die Bestnote.

Zwei Kritikpunkte nehmen wir ernst. Es wurde mehrfach zu spät begonnen, auch wenn noch nicht alle im Saal sassen. Ausserdem standen fünf Männer auf der Bühne. Beides ändern wir bei der nächsten Ausgabe.

Die zweite Gastgeberkonferenz kommt, und wir sind wieder dabei, als Organisator und als Aussteller. Alle Informationen finden Sie auf hostsummit.ch.